
Die Leitwegsteuerung in der Volltechnik. Technischer Stand 1962.
Aus dem Aufbau der Verbindung nach dem Kennzahlenplan zeigt sich, dass die erste Ziffer nach der Verkehrsscheidungsziffer 0 die Zentralvermittlungsstelle angibt. In der BRD stehen dafür 8 ZVST zur Verfügung mit den Nummern von 2 bis 8.
Diese zweite Ziffer steuerte die Wähler zu der dazugehörenden ZVST. Man nennt diesen Wähler in der obersten Ebene auch den Zentralvermittlungsstellen Gruppenwähler (ZGW). Sein Standort war immer in der übergeordnete ZVST aus dem Bereich, wo der der Teilnehmer seine Verbindung aufbaute. Vom dem ZGW gehen die abgehenden Leitungen in den eigenen Bereich der ZVST und durch eine Maschennetz zu allen anderen ZVST Standorten. Dort endete die Verbindung auf dem Hauptvermittlungsstellengruppenwählern (HGW).
Die zweite Ziffer der Kennzahl steuerte diesen HGW auf die Abgangsleitungen die zu den Hauptvermittlungsstellen (HVST) in dem eigenen ZVST Bereiches führten und enden dort auf dem entsprechenden Knotenvermittlungsstellengruppenwähler (KGW).
Die dritte Ziffer steuerte den KGW auf die Abgangsleitungen, die zu den Endvermittlungsstellengruppenwählern (EGW) führten, die sich in KVST befanden.
An diesen EGW waren die Abgangsleitungen zu den Endvermittlungsstellen (EVST) des eigenen KVST Bereiches angeschlossen. Die Ansteuerung erfolgte mit Hilfe der vierten Kennziffer.Man nannte diesen Verbindungsweg über den ZGW, HGW, KGW und EGW auch den Kennzahlweg.
Aus verschiedenen Untersuchen war bekannt, dass circa 75 % der Verbindungen in den eigenen Nahbereich verlief. Es war unwirtschaftlich, solche Verbindungen immer über den Kennzahlweg durch alle Netzebenen auszubauen. Es wurde eine Vermittlungstechnik geschaffen, die Abkürzungen durch Querverbindungen in der Ursprungs KVST und in der Ursprungs HVSt ansteuern zu konnten.
Das obere Bild einen Aufbau der verschiedenen Möglichkeiten der Durchschaltung von Verbindungen und Querverbindungen.
Insgesamt waren bei einer Verbindung vom Ursprung zum Ziel 7 verschiedene Verbindungswege möglich. Es wurden an eine KVST nur dann Querleitungen geschaltete, wenn es durch den zu erwartenden Verkehr auch wirtschaftlich war.
So wurde Verbindung von Furth i. Wald zu der Insel Sylt nicht über eine Querverbindungen abgewickelt, sondern über den Kennzahlweg von der EVST Furth, CHAM KVST, Deggendorf HVST, Nürnberg ZVT, Hamburg ZVST, Flensburg HVST usw. bis nach Sylt geschaltet.
Bei der Verwendung von Querleitungen (QL) wurden immer eine oder mehrer GW Stufen übersprungen. Bei Benutzung des ersten möglichen Querweges wurden in der Rgel der ZGW, HGW und KGW übersprungen. Die für diese Wahlstufen vorgesehenen Kennziffern mussten also bei Benutzung einer QL zur der KVSt des Zielbereiches in der KVST des Ursprungsbereiches unterdrückt werden. Es durfte nur in diesem Fall nur die letzte Ziffer die zur Einstellung des EGW verwendet wurde von der Ursprungs KVST ausgesendet werden.
Entsprechendes galt für die anderen möglichen Querleitungen. Jedem Gruppenwähler wurde eine der Ziffern zugeordnet, die der Teilnehmer wählte.
In Bild sind im aufsteigenden die verschiedenen Wege vom der Ursprung KSVT zur eigenen ZVST und die verschiedenen Querwege dargestellt. In der KVST und in der HVST spielte sich die eigentliche Leitweglenkung ab.
Die Lösung der verschiedenen Probleme der Leitweglenkung war wohl das Schwierigste vor der Einführung der Volltechnik, die allen gewünschten Forderungen gerecht werden sollte.
Um in der KVST und HVST eine Leitweglenkung vornehmen zu können, musste eine Auswertung der ersten drei Ziffern der Kennzahl vorgenommen werden. Erst dannach konnte die Entscheidung gemacht, welches QL Bündel oder ob der Kennzahlweg anzusteuern war. Das bedeutete, dass die ersten 3 Ziffern in einem Speicher in der KVST so lange festgehalten werden müssen, bis eine Entscheidung über den Leitweg getroffen werden konnte. In der Regel wurde der Eingang der ersten 3 Ziffern abgewartet.
Die weiteren Ziffern der Kennzahl und der Rufnummer wurden vom Teilnehmer einfach weiter gewählt, ohne die Wahl zu unterbrechen. Auch für diese weiteren Ziffern musste daher ein Speicher vorgesehen werden, der erst mit der Ausspeicherung restlicher Ziffern beginnen durfte, nachdem die ersten 3 Ziffern ausgewertet worden waren. Ein solcher Speicher war recht aufwendig und dadurch auch kompliziert und teuer. Einen solchen Speicher jeder der einzelnen ankommen Fernleitung zuzuordnen, würde einen großen technischen und finanziellen Aufwand bedeuten. Er würde auch nur eine kurze Zeit für den Aufbau der Verbindung benötigt. In der Regel für nicht mehr als 15 Sekunden.
Während der Gespräches wurde dieser Speicher bzw. das Register nicht mehr benötigt. Man schaltete dieses Register deshalb auch nur während des Verbindungsaufbaues an den ZIG der Sprechleitung an. Derartige zentralisierte Geräte nennt man einheitlich in der ganze Welt Register. Diese Register haben eine Reihe weiterer Aufgaben zu lösen, so dass sie sehr umfangreich wurden und bis zu 135 Relais enthalten konnten. Die Durchführung der verschiedenen Aufgaben benötigte einen großen Aufwand an Technik.
Der Gedanke, den eigentlichen Speichervorgang von der Auswertung zu trennen, wurde wieder aufgegriffen.Die eigentliche Auswertung wurde durch einen zentralen Umwerter gelöst.
Schon vor her entwickelte die Fa. Siemens einen Durchlaufspeicher in Form eines Impulswiederholers, der es möglich macht alle Ziffern hintereinander, ohne Unterbrechung oder Wartezeit, zu wählen. Der Impulswiederholer konnte die bereits vom Teilnehmer gewählten Ziffern schon während der Wahl der weiteren Ziffern, wieder aussenden. Es konnten bei einer zügiger Ausspreicherung eigentlich eine unbegrenzt lange Nummer gespeichert werden.
Hier geht es zu einem Video wo der Impulswiederholer bei der Arbeit gezeigt wird.
Durch diese Neuerung, Zentralisieren der Auswertung der Kennzahl in einem Umwerter und Einführung eines Durchlaufspeichers, konnte die deutsche Landesfernwahl in einer Form ausgebaut werden, um die uns so manche ausländische Verwaltung beneidete.
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